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Wenn ich als Fotograf eine Hochzeit begleite, gibt es unzählige Gänsehautmomente, aber die Trauung ist für mich persönlich immer wieder eines der ganz grossen Highlights. Es ist eure Bühne, euer Moment und vor allem eure ganz persönliche Liebesgeschichte, die wir an diesem Tag gemeinsam feiern. Hier gibt es keine Regeln, sondern nur eure Emotionen, die ich mit meiner Kamera einfangen darf.
Damit eure Bilder nicht nur schön, sondern wirklich unvergesslich werden, gibt es aus fotografischer Sicht ein paar Dinge, die wir gemeinsam beachten können. In diesem Beitrag schauen wir uns an, wie ihr eure Hochzeitszeremonie so plant, dass sie für euch und für meine Kamera einfach perfekt wird.
Das A und O für eure Fotos: Das richtige Licht finden
Licht ist in der Fotografie alles. Bei einer Trauung im Freien ist die pralle Sonne oft eine Herausforderung, da sie harte Schatten im Gesicht erzeugt. Optimalerweise findet eure Zeremonie unter einem grossen, schattenspendenden Baum statt. Das sorgt für ein weiches, schmeichelhaftes Licht auf eurer Haut und verhindert, dass ihr und eure Gäste zu sehr ins Schwitzen kommt.
Sollten keine natürlichen Schatten da sein, sind farbneutrale Schirme in Weiss oder Creme eine grossartige Lösung. Diese sehen auf den Bildern toll aus und werfen kein buntes Licht auf eure Gesichter. Ein kleiner Tipp von mir: Wir können meist kurz vor dem Start gemeinsam abschätzen, ob wir die Schirme wirklich brauchen oder ob der Himmel vielleicht sowieso leicht bedeckt ist.
Was machen wir, wenn es regnet?
Das Wetter ist das einzige Element, das wir nicht kontrollieren können. Deshalb ist es extrem wichtig, dass ihr immer einen Plan B für eure Location bereit habt. Eine schöne Scheune, ein Zelt oder ein heller Saal im Inneren stellen sicher, dass eure Individuelle Freie Trauung im Trockenen stattfinden kann.
Wenn ihr im Hinterkopf wisst, dass es eine solide Ausweichmöglichkeit gibt, startet ihr mit einer viel grösseren Gelassenheit in die gesamte Vorbereitung. Diese innere Ruhe sieht man euch auf den Fotos später sofort an, weil ihr euch nicht ständig den Kopf über das Wetter zerbrechen müsst. Ich durfte schon unzählige Hochzeiten im Regen begleiten, und dank einer guten Planung war das für das Paar nie ein Problem, sondern oft sogar eine besonders stimmungsvolle Atmosphäre. Lasst euch die Laune auf keinen Fall verderben, denn echte Emotionen strahlen bei jedem Wetter.
Die Platzordnung: Emotionen in der ersten Reihe einfangen
Ein kleiner, aber feiner Punkt ist die Sitzordnung während unserer Freien Trauung. Die wichtigsten Menschen in eurem Leben, wie eure Eltern, Geschwister oder die engsten Freunde, sollten unbedingt in der vordersten Reihe sitzen. Warum? Weil ich als Fotograf so direkt sehen kann, wenn zum Beispiel die Mama ein Tränchen verdrückt oder euere Trauzeugen stolz vor sich hin lächelt.
Der Einzug: Geniesst euren grossen Auftritt
Der Einzug ist der Moment, in dem die Spannung abfällt und pure Freude übernimmt. Hier gibt es so viele wundervolle Möglichkeiten, eure Zeremonie zu starten. Ob die Braut klassisch mit dem Papa einläuft, mit der Mama, einem geliebten Haustier oder ihr als Paar gemeinsam den Weg zum Altar bestreitet, alles ist erlaubt, was zu euch passt.
Mein wichtigster Rat als Fotograf: Geht langsam. Geniesst jeden Schritt und lasst den Moment auf euch wirken. Ein langsamer Einzug gibt mir die Zeit, die verschiedenen Perspektiven und eure strahlenden Gesichter in Ruhe festzuhalten.
Ringtausch und Kuss: Nehmt euch alle Zeit der Welt
Der Ablauf nähert sich dem Höhepunkt, dem Ja-Wort. Wenn es zum Ringtausch und dem anschliessenden Kuss kommt, ist meine Bitte an euch: Lasst euch auch hier Zeit. Haltet die Ringe ruhig einen Moment länger fest und schaut euch dabei tief in die Augen.
Beim Kuss gilt das Gleiche. Ein kurzer „Schmatz“ ist oft schneller vorbei, als man abdrücken kann. Geniesst den Kuss, haltet euch fest und lasst die Welt um euch herum für ein paar Sekunden stillstehen. Diese Liebe zum Detail sorgt für die emotionalsten Bilder eures gesamten Hochzeitstages.
Der Auszug: Ein jubelndes Finale mit Blick nach vorn
Genau wie beim Einzug sollte auch der Auszug etwas langsamer geschehen. Ein ganz wichtiger Tipp von mir als Fotograf: Achtet beim Hinauslaufen darauf, dass ihr nicht auf eure Füsse oder auf den Boden schaut. Ich weiss, man will nicht über das Kleid oder die Deko stolpern, aber wenn ihr den Blick oben behaltet, fange ich euer Strahlen und eure glücklichen Augen viel besser ein.
Schaut euch gegenseitig an, lacht euren Gästen zu oder reisst die Arme vor Freude hoch. Ihr könnt euch, während ihr durch das Spalier eurer Gäste lauft, gerne noch einmal küssen. Das gibt immer tolle, dynamische Bilder. Wenn das Küssen in der Öffentlichkeit nicht euer Ding ist, ist das natürlich auch völlig okay.
Handys in der Tasche: Den Moment mit den Augen geniessen
Ein Thema, das mir als Fotograf sehr am Herzen liegt, ist der Umgang mit Smartphones während der Trauung. Es kommt immer mal wieder vor, dass die Gäste so sehr damit beschäftigt sind, den perfekten Schnappschuss zu machen, dass sie das eigentliche Erlebnis gar nicht richtig miterleben. Es ist für euch und für die Atmosphäre so viel schöner, wenn eure Liebsten ganz präsent sind, statt ständig durch ein kleines Display zu schauen.
Falls ihr die freie Zeremonie unbedingt auf Video haben wollt und kein professioneller Filmer vor Ort ist, habe ich einen Profi-Tipp für euch: Packt ein Handy auf ein Stativ. Platziert es etwas versteckt, aber mit freiem Blick auf euch beide. So wird alles in Ruhe festgehalten, eure Gäste können die Zeremonie geniessen und mir läuft niemand versehentlich mit dem Smartphone ins Bild, wenn ich gerade euren wichtigsten Moment einfange.
Fazit
Eure Freie Trauung ist die Chance, eure Liebe ganz persönlich und ohne Druck zu feiern. Wenn wir das Licht, den Platz und die bewusste Langsamkeit in den wichtigen Momenten geniessen, entstehen Bilder, die eure Liebesgeschichte perfekt widerspiegeln. Am Ende sind es diese unbewachten, ehrlichen Sekunden, die euren Tag so wertvoll machen. Eine gute Vorbereitung nimmt euch am grossen Tag die Last von den Schultern, damit ihr euch während der Zeremonie voll und ganz aufeinander konzentrieren könnt.
Ich hoffe, diese Tipps aus meiner Sicht als Fotograf geben euch ein wenig Sicherheit für eure Planung. Wenn ihr wissen wollt, wie wir eure Hochzeitszeremonie am besten fotografisch begleiten, schreibt mir doch einfach eine Nachricht. Ich freue mich riesig darauf, euren besonderen Tag mit euch gemeinsam zu planen und unvergesslich zu machen. Lasst uns zusammen Erinnerungen schaffen, die euch auch in vielen Jahren noch ein Lächeln ins Gesicht zaubern.



